Warum du Vorbereitungswettkämpfe bestreiten solltest

Warum du Vorbereitungswettkämpfe bestreiten solltest

Selbst bei der gerade laufenden Fußballweltmeisterschaft ist es ein Usus dass alle Teams vor Beginn derselben Vorbereitungsspiele gemacht haben. Normalerweise wurden dafür Gegner mit ähnlicher Spielweise wie kommende Gegner ausgewählt um bestimmte Taktiken vorab zu testen und auszuprobieren.

Genau das selbe kannst du auch im Ausdauersport machen. Dabei geht es weniger um die Gegner als mehr um deinen eigenen Umgang mit der Wettkampfsituation.

kurzer Abriss zur Wettkampfplanung

Eine Trainingsplanung geht im Normalfall immer mit einem dieser Ziele einher:

  • bestimmte Distanz zum ersten Mal finishen
  • eigene persönliche Bestleistung über eine Strecke verbessern
  • bestimmten Wettkampf „erleben“

(Bewusst steht hier jetzt keine bestimmte Platzierung in einem Rennen, da diese auch sehr stark vom Starterfeld abhängig und somit wenig planbar ist.)

Bei der Jahresplanung oder auch nur der Planung über mehrere Monate deiner Trainingsleistung werden solche Hauptwettkämpfe immer als „A-Wettkämpfe“ bezeichnet. Das heißt auf diese ist der gesamte Trainingsplan ausgerichtet, vor dem Wettkampf wird der Umfang des Trainings entsprechend reduziert um in deiner Bestform UND gleichzeitig gut ausgeruht an der Startlinie zu stehen.

Wie oft du solche A-Wettkämpfe in einem Jahr machen kannst hängt einerseits von der Distanz des Wettkampfs ab. Einen Marathon oder Ironman wirst du im Regelfall nur 1-2 Mal pro Jahr machen können und dabei mit deiner vollen Leistungsfähigkeit am Start stehen.

Grundsätzlich gilt hier je kürzer dein Wettkampf ist desto öfter kannst du topfit und -vorbereitet starten. Ebenso gilt je kürzer der Wettkampf desto knapper können die Wettkämpfe hintereinander sein. Volksläufe bis 10km kannst du im Normalfall ohne größere Probleme jede Woche einen bestreiten, beim Halbmarathon sollten schon mindestens 2-3 Wochen dazwischen sein und beim Marathon mindestens 6 Wochen.

Es hängt immer vom Wettkampf und den Begleitumständen ab. Wenn du bei mir eine Trainingsplanung machst werden wir uns natürlich auch über eine sinnvolle Saisonplanung gemeinsam Gedanken machen und was Sinn macht und was weniger optimal ist.

weitere Arten von Wettkämpfen

Abgesehen von den A-Wettkämpfen gibt es noch 2 weitere Arten: B- und C-Wettkämpfe. Bei B-Wettkämpfen reduzierst du lediglich ein Training in den letzten 3 Tagen vor dem Wettkampf, C-Wettkämpfen betrachtest du dagegen wie eine weitere Trainingseinheit ohne vorherige spezielle Vorbereitung und bestreitest du voll aus deinem Training heraus.

Das heißt jedoch nicht dass du bei solchen B- und C-Wettkämpfen nicht dein bestes geben solltest. Du bist nur nicht so vollkommen regeneriert am Start wie bei deinem A-Wettkampf und es sind von der Motivation her nicht deine wichtigsten Wettkämpfe im Jahr. Das heißt hier kann und darf ruhig einmal etwas schiefgehen das du in deinem Hauptwettkampf vermeiden möchtest. Es ist zwar ärgerlich aber nicht so dramatisch.

Solche Wettkämpfe sind in der Regel auch nicht so lange wie dein Hauptwettkampf. Für einen Marathon läufst du in der Vorbereitung maximal einen 25km-Wettkampf oder Halbmarathon, bei einem Triathlon machst du im Normalfall einen kürzeren Triathlon als Vorbereitungswettkampf, zB vor einem Ironman eine Mitteldistanz oder vor einer olympischen Kurzdistanz einen Sprinttriathlon. Vor deinem ersten Triathlon reicht es auch nur im Vorfeld einmal bei einem Volkslauf an den Start gegangen zu sein.

Doch wozu das ganze?

Vorbereitungswettkämpfe haben zwei verschiedene Ziele: einerseits die bisherige Formentwicklung unter Wettkampfbedingungen zu testen, da nur die wenigsten Menschen im Training das wirklich letzte aus sich herausholen können wie eben in einem Wettkampf – dort geht normalerweise immer ein bisschen mehr.

Andererseits dienen Vorbereitungswettkämpfe auch für dich um Erfahrungen zu sammeln wie du mit Wettkampfsituationen umgehst, wie – besonders bei längeren Wettkämpfen ab 2-3 Stunden – du dich verpflegen musst und wie dein Körper auf solche Belastungen reagiert.

Außerdem nimmt es dir Nervosität vor deinem Hauptwettkampf wenn du einen Wettkampfablauf schon einmal erlebt hast – wie das so ist mit Anreise & Logistik, Abholen von Startunterlagen, der Wettkampftag bzw. vor allem die letzte Mahlzeit davor, dem Umgang bei Problemen im Rennen (Hungerast, technische Panne, verlorene Brille etc.), der Regeneration danach und und und… 🙂

Nachbetrachtung

Doch wichtig ist dass du nach dem Wettkampf wenn die erste Euphorie oder der erste Ärger abgeklungen ist – zB nach 1-2 Tagen – dir aufschreibst was gut und schlecht gegangen ist. Das kann beispielsweise so aussehen – mit entsprechenden Gegenbeispielen wo es nicht so gut gegangen ist:

Dinge die gut gegangen sind:

  • Ich war rechtzeitig 1h vor dem Startschuß da, habe meine Startunterlagen abgeholt und konnte mich ganz ohne Stress aufwärmen und vorbereiten.
  • Die Stimmung im Startbereich hat mich so euphorisiert. Das war so genial.
  • Ich fühlte mich perfekt ausgeruht und stand topfit am Start.
  • Ich habe mich am Start bewusst zurückgehalten und nicht verleiten lassen, habe schnellere vorbeiziehen lassen und habe mein eigenes Tempo durchgezogen. Dafür konnte ich einige am Ende wieder überholen die es zu schnell angegangen sind.
  • Es war gut dass ich mir vorher angesehen habe welche Gels gereicht werden. Da mein Magen diese nicht verträgt habe ich auf meine Eigenverpflegung gesetzt und hatte keinerlei Magenprobleme während dem Wettkampf.

Dinge die nicht so toll waren:

  • Ich bin zu spät von daheim/meinem Hotel weggefahren, habe nicht bedacht dass ein Stau sein könnte und bin vollkommen gestresst im letzten Augenblick zum Start gekommen.
  • Die vielen anderen StarterInnen machen mich ganz nervös. Ich bin viel zu früh da mitten drin gestanden, anstatt mir lange genug eine ruhige Ecke zu suchen.
  • Ich fühlte mich müde und ausgelaugt am Start. Mehr Regeneration vor dem Wettkampf ist nötig.
  • Ich wurde am Start richtig mitgerissen und bin viel zu schnell los. Das hängt auch damit zusammen dass ich im falschen Startblock gestanden bin. Trotzdem muss ich das nächste Mal mehr auf den vorher zurecht gelegten Plan achten.
  • Ich hätte das Cola doch nicht nehmen sollen, da hat mir die Kohlensäure den Magen so zusammengekrampft dass ich das Tempo reduzieren musste. Das sollte ich im Training noch öfters probieren ob das nur dieses Mal so war oder ich generell damit nicht zurecht komme.

 

Das sind nur Beispiele wie so eine Nachbetrachtung aussehen KANN. Zähle dabei soviele Punkte auf wie dir einfallen, die Liste kann soviele Punkte umfassen wie du möchtest. Gib die Liste auch deinem Trainer als Feedback – er oder sie erfährt dann auch wieder wichtige Punkte über dich und kann dein Training entsprechend anpassen oder dir weitere Tipps für das nächste Mal geben. Fehler kann jeder einmal machen, nobody is perfect. Dumm wird es erst wenn du Fehler wiederholst und nichts daraus lernst.

 

Hast du einen oder mehrere Vorbereitungswettkämpfe geplant? Wie ist dir dabei ergangen? Oder hast du Fragen welchen Vorbereitungswettkampf zu machen solltest?
Schreib es doch in einen Kommentar!


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